Zu mir - mein Weg, meine Quellen...

Sakrale Kunst und Natur sind die meine Quellen, aus denen ich im Alltag und auch für mein Arbeiten in der Eurythmie schöpfe.

Ich erlebe die Natur, welche uns umgibt, als Garten Eden. Dieser Garten ist da, jeden Tag zeigt er sich in unerschöpflicher Fülle. Als neuer Zugang hat sich mir dabei das Bewegen mit der Eurythmie in der Natur eröffnet.

Glasfenster von François Ribeaupierre, 1926

Kapelle von Brent, Genfersee-Region, Schweiz

Ebenso lehrt mich die sakrale Kunst durch Orte der Stille, der Einkehr und Ruhe, wo das Zentrum meines Seins liegt: in mir selbst, im Erlebnis des Eins-Seins mit dem höheren Bewusstsein in mir, dem Göttlichen.

Von Herzen bin ich dankbar für die Orte, zu denen mich mein Weg führte, und  wo immer wieder sein darf. Diese inspirieren mich und sind mir Quellen für mein Dasein.

Tiefe Inspirationsquellen sind für mich insbesondere die Formen-, Farben- wie die Pflanzenwelt. Aus allen schöpfe ich für mein Tätigsein in der Bewegung.

 

Lichtdurchflutetes, farbiges Glas, Mosaiken in vielfältigsten Form- und Farbgebungen, Wachstum und Fülle der Pflanzenformen...

All diese Ausdrucksformen sind aus Bewegung entstanden und offenbaren sich in der Pflanzenwelt in fortwährender Transformation - Bewegung! - und lehren in ihrem Wachsen, Blühen und Vergehen die schöpferische Weisheit des Daseins.

Das Vergangene, Absterbende trägt neues Leben in sich. Aus der Blüte wird Frucht, wird Samen. Wo ist der Anfang, wo das Ende?

In farbiges Glas einstrahlendes Licht erhellt das Dunkel einer Kirche, wie die vom Sonnenlicht erglitzernden Wassertropfen, die durch die Felskanten in eine Schlucht einfallen - das Dunkel kann ohne das Licht nicht existieren.

 

Wir gehen auf unseren Wegen auch durchs Dunkel. Das Licht ist aber immer in uns, mit uns. Und darin gebiert sich die Welt der Farbe, der Seele - in stetiger Bewegung.

In der Logoskraft der Eurythmie bewegen wir uns in diesen Qualitäten, das Dunkel erlebend, uns transformierend, im Licht stehend, in farbiges Licht uns verwandelnd - Polaritäten, welche sich durch unsere Aufrichte und die menschlichen Bewegungsmöglichkeiten in schöpferischer Vielfalt ergeben..

Die Kraft der Sprache und der Eurythmie erlebe ich als ursprüngliches Mittel, zu unserer eigenen schöpferischen Kraft in der Bewegung zurückzufinden - wie an einen räumlichen Ort, der uns Kraft und Regeneration gibt, finden wir unseren Ursprung in der Bewegung wieder, im Klang eines Wortes, welches uns an eine tiefe innere Erfahrung erinnert, im Rhythmus eines Gedichtes, das uns in eine ebenso existente Welt wie die materielle führt.

einfallende Wassertropfen

   Taminaschlucht, Schweiz

Basilika Sainte-Marie-Madeleine in Vézelay, Frankreich

Der Engel in dir

Der Engel in dir
freut sich über dein
Licht


weint über deine Finsternis


Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte Liebkosungen


Er bewacht
deinen Weg


Lenkt deinen Schritt

engelwärts

Rose Ausländer

Emma Kunz Grotte in Würenlos, Schweiz

Abtei von Pomposa, Italien

Pflanzenmotiv am Fusssockel einer Säule,

Palazzo della Ragione in Pomposa

Schon in meiner Jugend habe ich versucht, verschiedenste Musikstile und das, was ich dabei erlebte, tänzerisch auszudrücken. In der Farbenwelt habe ich über viele Jahre frei experimentiert und bin fasziniert und forschend darin eingetaucht: Wie spielen Farben ineinander? Welche Einblicke geben sie, welche die Wirklichkeit nicht zeigen kann? Worin kommt das Licht zur Geltung, wo sind Zwischenräume? Das dritte war die Welt des Wortes - Gedichte wie Belletristik, auch die französischsprachige - war für mich eine weitere grosse Entdeckung. Es zog mich besonders zu der Dichtkunst. Die im verdichteten Wort erscheinende Intensität, Fülle und zugleich inneres Gewahrwerden berührten mich tief und regten mich zu eigenen Schöpfungen an. Beim Gang in der Natur kamen mir selber immer wieder Gedichte; durch den Rhythmus der Schritte tauchten über die Empfindungen lyrische Zeilen auf.

Als ich dann die Eurythmie mit ihren Möglichkeiten kennenlernte, in und durch Bewegung all dies zu vereinen, war dies ein grosses Geschenk für mich: ich erfuhr es als Bestätigung, dass ich - wie in einer Vorahnung - der Logoskraft in meiner eigenen Suche im Umgang mit den Farben, im Bewegen, im Dichten, in meinen Lebensschritten selbst, der Eurythmie entgegenging.

Diese gesundende, regenerierende Kraft, die ebenso in den Vitalkräften der Natur zu finden ist und welche alle Kulturen der Menschheit auf ihren spirituellen Wegen wiederfinden, möchte ich in meinen Kursen wie im bewegten Coaching anregen und weitergeben.

Der unmittelbare Zugang in der Eurythmie zum Logos, der diese Vitalkraft in sich trägt, begeistert mich immer wieder neu und ist mir eine reale Kraft im Alltag.

© Elke Irina Erik-Wild 2019